Maske, die 152ste

Nun, sie wissen es, die Maskenpflicht ist nun auch bei uns angekommen. Für meine nicht eingeschworenen Leser: Ich bin eine verirrte Wienerin in Bayern.

Ja, so eine Maske ist eine feine Sache. Und sie hat so viele Vorteile: Zum Beispiel braucht man sich gar nicht mehr zu schminken oder sonst irgendwie herzurichten, denn mit dem Zelt im Gesicht sehen alle gleich unvorteilhaft aus. Aber das schafft auch eine gewisse Gleichberechtigung unter uns Frauen, die ja ohnehin immer dem Zwang unterliegen mit ihren Geschlechtsgenossinnen zu konkurrieren.

Das Problem bei den Masken liegt eindeutig in deren Beschaffung. Und weil ich natürlich die örtliche Müllabfuhr nicht mit den unnützen Wegwerfdingern zuschütten will, hab ich mich natürlich gleich an die Nähmaschiene meiner Tochter gesetzt und los getreten. Bei dem ohrenbetäubenden Geratter kam ebendiese im Laufschritt angeeilt um mein kleines Vorhaben zu überwachen. Dazu muss man wissen, dass mein Sonnenschein unter Dauerpubertät und der größenwahnsinnigen Idee leidet, sie sei die Reinkarnation von Christian Dior. Mit kritischem Auge spähte sie über meine Schulter. Unter ihrem strengen Blick brach sofort die Nadel. Es sollte erst die erste von fünf weiteren sein.

Wenn sie meinen, dass veranlasste das Gör dazu, zu verschwinden, liegen sie falsch. Sie blieb stehen wie angewachsen. Sie, die unter normalen Umständen keine zwei Minuten in meinem Sichtfeld verweilt. Dann brachte ich es tatsächlich noch fertig die Unterspule zu ruinieren, den Stoff zu verziehen, fehlte nur, dass ich mir über den Finger nähte. Ich führe alle diese Vorfälle nicht auf meine antiquarischen Nähkenntnisse, sondern eindeutig auf ihre Anwesenheit zurück. Meine Tochter wuchs mit jedem in die Ecke gepfefferten Stoff um 2, 20 Meter.

Ich sah mich genötigt, meine mütterliche Autorität zu demonstrieren und ein Machtwort zu sprechen. „Weißt du“ , sagte ich gewichtig, „zuviele Köche verderben den Brei.“

Dann schwieg ich bedeutungsvoll.

Mein Schweigen nutzte sie ihrereseits für ihre eigene Interpretation der Sachlage und sagte überheblich: „Oder altes Eisen rostet doch …“

Übrigens bin ich nun stolze Besitzerin einer selbstgenähten, fertigen Maske. Und 151 unfertigen …

Ob mit oder ohne Maske: Bleibt heiter 😉 und daheim!

Eure Eva ❤️sprung