Hamstern – nicht mit mir!

Ich gehe natürlich auch einkaufen. So wie alle anderen Menschen.

Doch ich weigere mich zu hamstern, schon aus Prinzip. Ich kaufe nur das Nötigste.

Ich schlendere also mit einer Mini-Einkaufsliste durch die Gänge auf der Suche nach den üblichen Verdächtigen: Klopapier, Nudeln, Mehl. Ja, auch Mehl.

In Zeiten, in denen der Gang zum Bäcker zu einer Mission Impossible wird, beginne ich natürlich mein Brot selbst zu backen, auch wenn es schmeckt wie ausgelutschte Schuhsohlen. Das ist mir mein Leben wohl wert. Aber mir schwant schon Fürchterliches. Die Regale sind leer. Hefe futsch, Mehl futsch! Sogar die grausigen Vollkornnudeln sind alle. Ich schüttle nur den Kopf über so viel Gehamstere.

Aber das Schlimmste steht mir noch bevor: Mit Angstschweiß auf der Stirn schlürfe ich weiter den Klopapier-Gang entlang. Schnappatmung stellt sich beim Blick auf die leeren Regale ein. Nun, das ist nichts Neues! Und genau darin liegt auch das Problem. Das war nämlich schon letzte Woche und die Woche davor so! Verzweiflung überkommt mich, als ich an meinen häuslichen Vorrat an Klopapier denke. Ich überlege fieberhaft, ob man bei Amazon auch ein Bidet bestellen kann. Für die Jüngeren: Das ist ein Klo mit integrierter Hintern-Wasch-Anlage. Wie zu Omas Zeiten. Aber dann fällt mir ein, dass ich dann auch noch einen Handwerker bräuchte. Mist!

Da wird meine Aufmerksamkeit auf den Stoß rein weißer Unschuld gelenkt, der sich (noch) unbemerkt in einer Ecke stapelt: Druckerpapier. Eine Erleuchtung durchzuckt mein Hirn! Das Gold der Zukunft! Da drauf lassen sich nicht nur gut Endlos- Entspannungs-Mandalas malen (die ich immer mehr brauche), sondern gegebenenfalls auch ein Testament kritzeln. Ja, und im Notfall hält es auch wunderbar als Klopapier her. Ich lege schon mal fünf Packungen in den Einkaufswagen. Wer weiß, der Wert des Goldes steigt schnell …

In diesem Sinne; bleibt daheim und versucht es leicht zu nehmen 😉

Eure Eva ❤️sprung